Kongo

Kinshasa und Kikwit · 2025 – 2026 · fortlaufend

Ich bin als afrodeutsches Kind in einem bayerischen Dorf aufgewachsen, in einem rein weißen Umfeld. Die ersten Bilder, die mir von Afrika vermittelt wurden, kamen aus westlichen Medien und aus Comics wie „Tim im Kongo“ – karikierende, koloniale Darstellungen. Jahrzehnte später hat mein Sohn denselben Comic auf dem Dachboden gefunden. Das war der Anstoß für diese Arbeit.

Im Zentrum stehen Porträts. Mir geht es darum, die Menschen in ihrem Sein zu zeigen, in ihrer Würde – nicht darum, die Bilder zu wiederholen, die vom Kongo ohnehin im Umlauf sind. Es geht ausschließlich um das Mitmenschliche: um Offenheit und ehrliches Interesse an meinem Gegenüber.

Die Kamera ist dabei auch ein Spiegel. Was sehe ich? Was lasse ich weg? Wo reproduziere ich Bilder, die ich eigentlich überwinden will? Auch mein eigener Blick ist westlich geprägt, und diese Arbeit befragt ihn mit. Eine Antwort geben die Fotografien nicht. Sie öffnen einen Raum, in dem die Frage gestellt werden kann.

Die Arbeit entstand auf zwei Reisen. In und um Kinshasa habe ich schwarzweiß fotografiert, auf der zweiten Reise ins Landesinnere, nach Kikwit und Umgebung, in Farbe. Das Schwarzweiß hat mit der Herkunft der Bilder zu tun: Was wir von Afrika im Kopf haben, stammt aus alten Fotografien, vieles davon aus der Kolonialzeit, fast alles monochrom. In diesem Register zu fotografieren heißt, es mitzubefragen.

Nahaufnahme einer Mutter mit ihrem Kind.
Ein Mann sitzt auf dem Dach eines Kleinbusses vor dramatisch bewölktem Himmel.
Mehrere Beinprothesen mit angezogenen Turnschuhen stehen aufgereiht.
Eine Frau arbeitet in einer Werkstatt.
Eine Frau steht mit zwei Kindern in einem Türeingang.
Zwei Jungen stehen in einem Türeingang, davor liegen Sandalen.
Eine Frau trägt eine Schüssel auf dem Kopf vor der beschrifteten Wand einer Schule.
Ein schlafendes Baby liegt unter einem Moskitonetz.
Eine Mutter liegt mit ihrem Baby in einem Bett.
Ein leeres Bett mit aufgehängtem Moskitonetz in einem Raum.
Eine lächelnde Mutter mit ihrem Kind.
Schriftzug „Cette parcelle n'est pas à vendre“ auf einer Mauer.
Landschaft mit einem See und Arbeitern am Ufer.
Porträt eines Mädchens und eines Mannes.
Eine Frau hält ein schlafendes Kind im Arm.
Menschen stehen mit Wasserkanistern in einer Schlange an.
Eine Gruppe steht mit Kanistern an einer Wasserstelle Schlange.
Eine Frau mit Hut hält ein Kaninchen.
Ein Innenraum im Licht eines Fensters.
Mehrere Frauen stehen im Profil in einer Reihe.
Nahaufnahme eines Schweins.
Eine Frau blickt aus dem Fenster eines Kleinbusses, im Hintergrund eine Tankstelle.
Zwei Frauen sitzen in einem Gesundheitszentrum.
Lichtstreifen fallen durch ein Fenstergitter in einen Wartebereich.
Eine Mutter hält ihr Baby inmitten einer wartenden Menschenmenge.
Nahaufnahme einer Mutter mit ihrem Kind.
Eine junge Frau sitzt nachdenklich an einem Krankenbett.
Eine Menschenmenge steht vor einem Gebäude.
Ein Arzt blickt in einem Labor durch ein Mikroskop.
Ein Bildhauer arbeitet an einer Skulptur in Form einer Faust.
Ein Bildhauer und ein Lehrling arbeiten an einer liegenden Figur.
Ein Mann im Anzug steht in einem Galerieraum.
Ein beleuchtetes Riesenrad bei Nacht.
Ein Mädchen steht neben einem Mann, der sich auf Krücken stützt.
Ein Mädchen sitzt mit einer Puppe im Rollstuhl.
Eine Mutter mit Kind steht in einer wartenden Menschenmenge.
Männer stehen an einer Handpumpe.
Ein Bohrgestänge zeichnet sich vor Baumsilhouetten ab.
Ein Paar tanzt ausgelassen.
Ein junger Mann arbeitet an einer Nähmaschine.
Eine Frau flicht einer anderen die Haare.
Eine große Gruppe steht mit gelben Wasserkanistern Schlange.
Kinder stehen an einer Zapfstelle neben einem blauen Wasserturm.
Vier Männer posieren mit Werkzeug für ein Gruppenporträt.
Kinder laufen auf die Kamera zu.
Eine Frau trägt einen Wasserkanister auf dem Kopf.
Eine große Gruppe Kinder läuft durch ein Dorf.
Eine Menschenmenge versammelt sich unter einem Baum.
Zwei Ordensschwestern umarmen sich.

Veröffentlichungen

[Bildband, Film, Ausstellung, Presse – folgt]

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